Umbrüche im Leben erfordern neue Wege

Verein Lebens-Wandel engagiert sich in der Region: Es geht auch um gesellschaftliche Mitgestaltung

Bericht: Doris Schneider von der Rhein-Zeitung

Region: Der Wechsel von der Schule in den Beruf. Der Übergang vom Beruf ins Rentnerleben. Und auch viele andere Umbrüche dazwischen: Immer wieder sind Menschen gefordert, neue Wege zu gehen – und wissen manchmal nicht genau, wie sie diese finden und wie sie diese betreten können. Der Verein Lebens-Wandel, neu in der Region, will die Menschen in diesen Lebensphasen unterstützen. Begriffe wie Gesellschaft, sich einbringen, Ressourcen, aber auch Pflicht oder tolle Dinge ausprobieren fallen beim Gespräch mit der RZ, als der Vorstand des neuen Vereins sich vorstellt. Der ehemalige Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth, sein Sohn Stephan, der ebenso wie Gentiana Daumiller als systemischer Coach arbeitet, und Daniela Funke, die unter anderem Coach und Wirtschaftsmediatprin ist, sitzen gemeinsam am Tisch und berichten von der Idee hinter dem gemeinnützigen Verein, der seinen Sitz in Mülheim-Kärlich hat: Es geht darum, Menschen in Lebensumbrüchen und herausfordernden Phasen zu unterstützen. Zum Beispiel beim Übergang in die Rente: Viele Menschen haben noch Lust und Energie, etwas zu tun, wenn sie nicht mehr jeden Tag zur Arbeit müssen – aber was kann das sein? Was wollen sie, was können sie besonders gut, was bereitet ihnen wirklich Freude, und wie finden sie dann die Möglichkeit, das umzusetzen? Fragen wie diese stehen beispielsweise bei den Seminaren mit dem Titel „Du-Sein“ im Mittelpunkt (die RZ berichtete). Damit möglichst auch Menschen daran teilnehmen können, die finanziell nicht so gut gestellt sind, hat der Verein den Beitrag für den dreitägigen Workshop mithilfe von Sponsoren auf 50 Euro beschränken können. Die Idee zu. „Du-Sein“ war schon älter, berichtet Stephan Nauroth, dann kam Corona, danach wurde sie wieder spruchreif. Im Übrigen nicht nur für Privatpersonen, sondern auch in Firmen oder Behörden. ,,Immer mehr Unternehmen machen sich Gedanken darum, wie sie die Menschen, die jahrzehntelang bei ihnen gearbeitet haben, im Übergang in die Rente unterstützen können“, sagt Daniela Funke. Dabei geht es überhaupt nicht darum, Richtungen vorzugeben, ist den Initiatoren wichtig: Wenn jemand beispielsweise weiterhin dem Arbeitgeber verbunden bleiben und in einem Minijob arbeiten möchte, ist es genauso gut, wie wenn ein anderer sich entscheidet, viel Zeit mit den Enkeln zu ver- bringen, wandern zu gehen oder zu häkeln – es geht um das Individuum. Und eben ein bisschen auch um die Gesellschaft, die jede und jeder mitgestalten kann. Das Gleiche gilt auch für ein weiteres Projekt, das der Verein nun für den Landkreis Mayen-Koblenz und den Verband der gesetzlichen Krankenkasse durchführen wird: „Gesund älter werden“ heißt die Reihe mit geplant sieben Veranstaltungen im Kreis, die am Donnerstag, 21. März, 14 Uhr in der Verbandsgemeinde Weißenthurm ihren Anfang nimmt und zu der unter anderem Bürgermeister und andere Verantwortliche aus Ortsgemeinden oder Vereinen eingeladen sind. „Auch da geht es überhaupt nicht darum, fertige Konzepte vorzulegen, sondern zu schauen, was die Menschen wollen und brauchen“, sagt Gentiana Daumiller. Vereinsamung im Alter sei beispielsweise ein Riesenthema, sagt Burkhard Nauroth, wie kann man der entgegenwirken? Und auch, wenn es manchmal scheinbar unrealistische Ideen seien: „Natürlich kann man keine Luftschlösser bauen, aber vielleicht den ersten Spatenstich dazu machen“, sagt Stephan Nauroth und lächelt.